Tatverdächtiger im Stade-Mehrfachmord begeht Selbstmord

Im Mordfall Stade wird es keinen Prozess gegen den Haupttatverdächtigen geben. Denn Fatih G. wurde heute morgen tot aufgefunden. Die niedersächsischen Behörden gehen davon aus, dass sich der Mann selbst stranguliert hat.

Fatih G., der des sechsfachen Mordes im niedersächsischen Stade verdächtigt wurde und deshalb in Untersuchungshaft war, ist tot. Wie die  Bild meldet, hat die Justizvollzugsanstalt Bremervörde den Tod des 45jährigen Türken bekannt gegeben.

Der Mann soll sich selbst das Leben genommen haben. Den Erkenntnissen des niedersächsischen Justizministeriums zufolge liegen derzeit keine Hinweise auf eine Fremdverschulden vor. 

Der Darstellung der niedersächsischen Behörden gemäß hat ein Mitarbeiter der JVA den Untersuchungshäftling kurz nach 6 Uhr morgens bei der Routinekontrolle in seiner Einzelzelle aufgefunden. G. habe zu diesem Zeitpunkt bereits keine Körpertemperatur mehr aufgewiesen.

Der herbeigerufene Notarzt hat dann gegen 6.30 Uhr den Tod durch Strangulation konstatiert, was darauf schließen lässt, dass sich G. erhängt hat. Derzeit laufen Ermittlungen, die die konkreten Umstände des Selbstmords aufklären sollen. Die Angehörigen des Toten sowie die Angehörigen der Mordopfer von Stade sind nach Behördenangaben bereits über den Tod des Verdächtigen informiert.

G. stand im Verdacht, am 29. Juni dieses Jahres in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade sechs Menschen erschossen zu haben. Bei den Opfern handelte es sich um Mitarbeiter der örtlichen Jugendhilfe und des Jugendamtes Hannover.

Anlass war vermutlich ein Sorgerechtsstreit. Wegen eines Schütteltraumas war G. verdächtigt worden, seine drei Monate alte Tochter misshandelt zu haben. Später kam heraus, dass der Stader Tatverdächtige auch in der Türkei wegen des Missbrauchs seiner Tochter aus einer früheren Beziehung per Haftbefehl gesucht worden war.

Mehr zum Thema  – Der Schütze von Stade: Ein Sexualstraftäter und kein Opfer