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Botschafter: US-Regierung zeigt positivere Haltung zum Tag des Sieges

Der russische Botschafter in den USA macht eine deutlich positivere Haltung des Weißen Hauses zum Tag des Sieges über den Faschismus aus als zuvor – und so auch gegenüber Russland. In den letzten zwei Jahren liefen Aktionen des Unsterblichen Regiments im Zentrum von Washington, D.C.
Botschafter: US-Regierung zeigt positivere Haltung zum Tag des Sieges© Außenministerium der Russischen Föderation

Alexander Dartschijew, Botschafter der Russischen Föderation in den USA, hat festgestellt, dass das Weiße Haus eine deutlich andere Haltung gegenüber dem Tag des Sieges über den Faschismus zeigt als zuvor:

"Die Haltung zu diesem Feiertag bei Vertretern der US-Regierung hat sich geändert – grundlegend geändert. Das ist mir aufgefallen."

Neuerdings nämlich könne man den Feiertag in den USA nach der sowjetischen beziehungsweise russischen Tradition begehen, konstatierte der Diplomat:

"Und nun feiern wir in den USA bereits das zweite Jahr in Folge im Allgemeinen frei, ohne jegliche Verbote und Einschränkungen.

Zwei Zeremonien auf dem Arlington-Militärfriedhof wurden abgehalten – im vergangenen Jahr und in diesem –, dann die Umzüge des Unsterblichen Regiments mit feierlichem Marsch, im Ganzen mit voller Unterstützung der örtlichen Behörden."

Eine der Aktionen im Rahmen des erwähnten Unsterblichen Regiments dürfte wohl die am vergangenen Sonnabend gewesen sein – sie lief im Stadtzentrum von Washington, D.C., ab. Unter den Teilnehmern waren neben Russen unter anderem auch US-Amerikaner vertreten.

Ebenso seien Vertreter des Weißen Hauses und des US-Außenministeriums am 8. Mai 2026 zum feierlichen Empfang bezüglich des 81. Jahrestages des Sieges über Nazideutschland (beziehungsweise in dessen Vorfeld – nach russischer Zeitrechnung wird der Tag des Sieges am 9. Mai begangen) in Russlands Botschaft in den USA erschienen, bemerkte Dartschijew.

Diese Haltungsänderung seitens Washingtons könne man wohl ohne Weiteres bereits als Ausdruck eines Willens zum Normalisieren der Beziehungen mit Moskau werten:

"Vor allem ist eine positive Einstellung zu beobachten, die in einem krassen Gegensatz zu der der vorigen US-Regierung von vor vier Jahren steht."

Dartschijew betonte den positiven Effekt, den die neue Haltung des Weißen Hauses insbesondere zum Siegestag auf die Beziehungen habe:

"Der Tag des Sieges ist schon für sich genommen enorm energiegeladen – und spielt zweifellos eine positive Rolle in unseren bilateralen Beziehungen, was noch im Jahr 2020 von den Präsidenten unserer Länder festgestellt wurde.

Ich denke, schlussendlich werden wir irgendeine Art richtigen Weg einschlagen. Dafür muss die Normalität in unseren bilateralen Beziehungen wiederhergestellt werden – und der Tag des Sieges fördert dies gerade."

In Moskau wiederum sei dieser geschichtliche Berührungspunkt mit dem Volk der Vereinigten Staaten auf besondere Weise geehrt worden, nämlich bezogen auf ein bestimmtes Ereignis, erinnerte der Botschafter:

"Wichtig ist, dass auch in Moskau zum zweiten Mal eine Zeremonie der Blumenniederlegung an der Gedenktafel zum Treffen an der Elbe abgehalten wurde."

Dartschijew unterstrich den hohen Symbolwert jenes Ereignisses durch folgende Einordnung:

"Dass Hitlerdeutschland niedergeschlagen wurde, war der Höhepunkt der Waffenbruderschaft zwischen unseren Ländern – was auch in der gemeinsamen Erklärung der beiden Präsidenten Putin und Trump bekräftigt wurde.

Und der historische Händedruck der Rotarmisten und der Kämpfer der US-Armee am Fluss Elbe im April des siegreichen Jahres 1945 wird für immer das Symbol einer wahrhaftigen russisch-US-amerikanischen Partnerschaft bleiben."

Keineswegs durfte in diesem Zusammenhang die revanchistische Haltung der aktuellen politischen Eliten Deutschlands unerwähnt bleiben. Dartschijew widmete sich diesem Thema mittels des Hinweises, dass in Russland die Leugnung des Völkermords der Nazis und ihrer Verbündeten am Volk der Sowjetunion mit 17 Millionen zivilen Opfern neuerdings als Straftat qualifiziert wurde. Der Botschafter kommentierte dies folgendermaßen:

"Das mussten wir so einrichten, und zwar angesichts der aktiven Geschichtsumschreibung im heutigen Europa, als der Genozid am sowjetischen Volk entweder totgeschwiegen oder aber für nicht stattgefunden erklärt wird. Und das gerade in dem Land, das den Zweiten Weltkrieg entfesselte – und dessen Politiker jetzt statt ewiger Reue Pläne eines neuen Ostfeldzuges und der Wiederherstellung der stärksten Armee Europas ausbrüten."

Zur Erinnerung: Die BRD hat im April dieses Jahres erstmals eine offizielle Militärstrategie verabschiedet, als deren Ziel die Erschaffung des stärksten Militärs in Europa bis zum Jahr 2039 oder früher erklärt wird. Die Strategie weist Russland als die angebliche Hauptbedrohung aus.

Den von Dartschijew umrissenen Plänen der heutigen deutschen politischen "Eliten" gelte es, nicht nur für Russland, sondern auch für die USA Widerstand zu leisten, so der Diplomat:

"Das sind gefährliche Pläne, denen sich Russland, die USA und die Kräfte unseres kleinen Planeten, die einen gesunden Menschenverstand ihr Eigen nennen und normale menschliche Werte vertreten, gemeinsam entgegenstellen müssen."

Die angeführten Wertungen von Dartschijew wurden im Laufe des oben erwähnten feierlichen Empfangs in der Botschaft Russlands in den Vereinigten Staaten geäußert. Der Diplomat brachte gegenüber  den Veteranen des Zweiten Weltkrieges – sowohl vonseiten der Sowjetunion als auch vonseiten der USA – für die Rettung der Menschheit vor den bestialischen Plänen der deutschen Nazis und der kaiserlich-japanischen Militaristen seine große Dankbarkeit zum Ausdruck, wobei er die anwesenden Veteranen der US-Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg eigens auf Englisch ansprach.

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