
Neues Projekt: Russland prüft neue Methode zur Bekämpfung von US-Flugzeugträgern

Von Boris Dscherelejewski
Andrei Baranow, stellvertretender Generaldirektor des Konstruktionsbüros "Rubin", hat eine neue Entwicklung angekündigt, die die Prinzipien der Seekriegsführung erheblich beeinflussen könnte. Seinen Angaben zufolge arbeitet die russische United Shipbuilding Corporation gemeinsam mit dem Konstruktionsbüro "Rubin" an der Entwicklung einer Technologie zur Steuerung eines Schwarms von Unterwasserdrohnen zur Zerstörung feindlicher Flugzeugträgergruppen. Grundlage dafür sind KI-Elemente, die die Koordination des Schwarms von Unterwasserfahrzeugen gewährleisten, welche in der Lage sein werden, die Verteidigung eines Flugzeugträgers zu durchbrechen. Allen voran werden die US-amerikanischen Flugzeugträger als wahrscheinlichster Gegner betrachtet.

Ein moderner US-amerikanischer Flugzeugträger – oder besser gesagt eine Flugzeugträgerkampfgruppe, da diese Schiffe nicht allein operieren – lässt sich mit einem mobilen Luftwaffenstützpunkt vergleichen. Eine solche Gruppe von Marineschiffen ist in der Lage, sich an einen beliebigen Punkt der Weltmeere zu begeben, um sowohl See- als auch Landziele anzugreifen. Die US-Flugzeugträgerkampfgruppen stellen die größte Bedrohung für jede andere Marine der Welt dar, einschließlich der russischen und der chinesischen.
Eine Flugzeugträgerkampfgruppe ist ein extrem gut geschütztes Ziel. Um sie mit konventionellen Waffen zu bekämpfen, ist die Bündelung erheblicher Kräfte erforderlich, darunter Satellitenverbände, Luftstreitkräfte, U-Boote und Überwasserschiffe. Die Hauptschlagkraft gegen eine Flugzeugträgerkampfgruppe sind U-Boote mit Marschflugkörpern, insbesondere aber auch die Luftstreitkräfte.
Es ist unmöglich, einen Flugzeugträger mit einem einzigen oder selbst mehreren Raketentreffern (ohne den Einsatz von Atomwaffen) zu zerstören. Dazu wäre eine gleichzeitige Salve von Dutzenden Raketen erforderlich, sowohl aus der Luft als auch vom Meer aus.
Es ist bekannt, dass in den 1980er-Jahren nach Berechnungen der sowjetischen Marine für die Ausschaltung einer einzigen US-Flugzeugträgerkampfgruppe der Einsatz von bis zu drei Regimentern der maritimen Raketenfliegerei vorgesehen war, wobei jedes Regiment aus 30 Raketenträgern vom Typ Tu-16 (später Tu-22M3) bestand. Die prognostizierten Verluste hätten bis zu 80 Prozent der Flugzeuge betragen können, wobei die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren Auftrag erfüllen würden, auf 55 Prozent geschätzt wurde. Obwohl mittlerweile Hyperschallraketen im Arsenal der russischen Marine vorhanden sind, deren Abfang äußerst schwierig ist, bleiben Flugzeugträgergruppen eines der am besten geschützten Ziele.
Die US-Amerikaner gehen auch heute noch davon aus, dass die größten Bedrohungen für einen Flugzeugträger aus der Luft kommen. Die Luftabwehr einer Flugzeugträgerkampfgruppe wird von einem bis zwei Raketenkreuzern der "Ticonderoga"-Klasse sowie zwei bis drei (in Kriegszeiten bis zu fünf) Zerstörern der "Arleigh Burke"-Klasse gewährleistet.
Ein US-Flugzeugträger verfügt über vier E-2C-AEW&C-Flugzeuge vom Typ "Hawkeye", die abwechselnd einen Rund-um-die-Uhr-Einsatz gewährleisten können. Diese Flugzeuge bilden das Rückgrat der äußersten (ersten) Stufe der Luftverteidigung, deren Reichweite 700 bis 1.000 Kilometer betragen kann. Insgesamt werden drei Verteidigungslinien der Luftabwehr der Flugzeugträgerkampfgruppen definiert, die durch Kampfflugzeuge, gelenkte Flugabwehrraketen sowie Systeme zur elektronischen Kampfführung (sowohl an Bord als auch auf den EA-18G "Growler"-Kampfflugzeugen) gewährleistet werden.
Der U-Boot-Abwehrschutz der Flugzeugträgerkampfgruppen umfasst ebenfalls zwei Zonen – eine nahe und eine ferne. In den fernen Verteidigungslinien wird die Suche nach feindlichen U-Booten von Überwasser- und Unterwasserschiffen durchgeführt (Atom-U-Boote der "Los-Angeles"-Klasse, die über ein leistungsfähiges hydroakustisches Ortungssystem verfügen).
Die Erstsuche erfolgt mit passiven Mitteln (Hydroakustik, Magnetdetektoren, IR-Systemen). Aktive hydroakustische Stationen werden nach der Zielerfassung oder beim Einsatz im Nahbereich eingeschaltet, wo sie eine kontinuierliche Abtastung durchführen. Dort kommen auch Bordhubschrauber zum Einsatz, die die Wassermassen mit absenkbaren hydroakustischen Stationen, magnetischen Detektoren und radiohydroakustischen Bojen absuchen.
Die Ansicht, moderne Flugzeugträgergruppen seien für U-Boote unverwundbar, beruht darauf, dass ein U-Boot, selbst wenn es ihm irgendwie gelingen sollte, in die Formation einer Flugzeugträgerkampfgruppe einzudringen und mit Torpedos anzugreifen, nicht mehr entkommen könnte und garantiert zerstört würde. Und zu einem Selbstmordangriff, so glauben die US-Amerikaner, würde sich die Besatzung des U-Boots nicht entschließen. Diese Frage ist umstritten – aber vor allem ist sie irrelevant, falls ein solcher Angriff von unbemannten Unterwasserfahrzeugen durchgeführt werden sollte. In Russland werden derzeit genau solche Unterwasserdrohnen entwickelt.
Bemerkenswert ist, dass in der US-amerikanischen Militärpresse bei der Aufzählung möglicher Bedrohungen für die Luft- und Seestreitkräfte zwar so exotische Kampfarten wie "Orbitalbombardement" erwähnt werden, die Möglichkeit eines Angriffs durch Unterwasserdrohnen jedoch nicht berücksichtigt wird. Und das, obwohl in einem bereits im Jahr 2018 veröffentlichten Video des russischen Verteidigungsministeriums, in dem ein Prototyp des Ozeansystems "Poseidon" gezeigt wurde, genau ein Angriff auf eine Flugzeugträgerkampfgruppe dargestellt wurde. Möglicherweise hängt diese Nichtbeachtung einer solchen Art von Waffe damit zusammen, dass es erstens derzeit einfach keine Gegenmaßnahmen gegen diese gibt und zweitens ihr Einsatz bedeuten würde, dass ein vollumfänglicher Atomkrieg im Gange wäre, bei dem die Erhaltung der Flugzeugträgerkampfgruppe keine Priorität hätte.
Ein Angriff durch einen Schwarm von Unterwasserdrohnen ist jedoch etwas ganz anderes. Vor allem kann er sozusagen anonym in der "Grauzone" erfolgen, wenn unbekannte Drohnen eine solche Flugzeugträgerkampfgruppe der US-Marine im Schwarm angreifen. Angriffe auf Handelsschiffe mit "unbekannten" Angriffssystemen werden von unseren Feinden bereits seit Langem eingesetzt. Andrei Baranow sagt:
"Die Konflikte der letzten Jahre, darunter auch die militärische Sonderoperation, haben gezeigt, dass Angriffe aus dem Wasser sehr effektiv sind – das ist die Waffe Nummer eins. Denn dank künstlicher Intelligenz lassen sich heute Schwärme von Drohnen überall einsetzen, auch unter Wasser."
Schwärme von Unterwasserdrohnen sind keine "Weltuntergangswaffen" und könnten hypothetisch als Instrument eines hybriden, nicht erklärten Krieges dienen. Umso mehr, als es weitaus schwieriger sein würde, ihre Trümmer zu bergen, um die nationale Zugehörigkeit festzustellen, als dies bei Teilen von Luftdrohnen der Fall ist, da die Bruchteile garantiert versinken würden und ihre Suche eine komplexe und kostspielige Unterwasseroperation erfordern würde.
Wie könnte die Taktik beim Einsatz von Unterwasserdrohnen aussehen, deren Anzahl laut Andrei Baranow zwischen 10 und 100 Stück liegen könnte? Höchstwahrscheinlich könnte es sich um einen gleichzeitigen Angriff von Unterwasserdrohnen aus mehreren Richtungen handeln, der die U-Boot-Abwehr der Flugzeugträgerkampfgruppe überlasten würde.
Das wichtigste Mittel zur Bekämpfung von U-Booten im Rahmen eines Flugzeugträgerverbandes sind 10 U-Boot-Abwehrhubschrauber vom Typ MH-60 "Seahawk", die natürlich nicht alle gleichzeitig in der Luft sein können. Als Waffen zur Bekämpfung unterwasserbasierter Bedrohungen verfügt die US-Marine über U-Boot-Abwehrraketen und Torpedos sowie Wasserbomben (die ausschließlich von Hubschraubern aus eingesetzt werden).
Doch wie wirksam sind diese Waffen gegen kleine Meeresdrohnen? Höchstwahrscheinlich wird ihr Einsatz dem Schießen mit einer Kanone auf Spatzen gleichen. Selbst wenn nur ein Teil des Schwarms sein Ziel trifft, würden zahlreiche Löcher von verschiedenen Seiten den Kampf um die Überlebensfähigkeit des beschädigten Schiffes erheblich erschweren.
Zur Beförderung der Unterwasserdrohnen zum Angriffsort kann ein spezielles unbemanntes Unterwasserfahrzeug – die Trägerdrohne – eingesetzt werden. Diese Trägerdrohne wiederum kann von einem U-Boot oder sogar von einem Handelsschiff unter der Flagge eines Drittlandes transportiert werden. Möglicherweise kann die Trägerdrohne im "Warte-Modus" operieren und im passiven Modus auf die Annäherung einer Flugzeugträgerkampfgruppe auf deren voraussichtlicher Route warten. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit, dass es entdeckt wird, praktisch gleich null.
Es sei darauf hingewiesen, dass es sich bei dem beschriebenen Modell bisher lediglich um ein Projekt handelt. Bislang wurde noch kein einziges Exemplar eines solchen Geräts vorgestellt, und es gibt auch kein konkret formuliertes Konzept für deren Einsatz. Wichtig ist jedoch, dass die russische Rüstungsindustrie aktiv nach neuen Möglichkeiten sucht, um der größten Bedrohung für die russische Marine auf See – den US-Flugzeugträgergruppen – entgegenzuwirken, und zwar vor allem im Bereich der modernsten und vielversprechendsten Angriffswaffen, den unbemannten Meeresfahrzeugen.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 29. Juni 2026 auf der Website der Zeitung "Wsgljad" erschienen.
Boris Dscherelejewski ist Analyst bei der Zeitung "Wsgljad".
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