
Euroraum: Inflation klettert im August auf Dreijahreshoch

Die Verbraucherpreise im Euroraum sind im August gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent gestiegen. Das zeigen die vorläufigen Daten des Statistikamts der Europäischen Union, Eurostat. Die Inflation hat sich gegenüber dem Vormonat, wo sie noch bei 2,9 Prozent lag, beschleunigt und damit den höchsten Stand seit September 2023 erreicht.

Die Energiepreise in der Währungsunion schnellten im August im Jahresvergleich um 14,3 Prozent in die Höhe, nach einem Anstieg um 10,3 Prozent im Juli – Grund dafür war eine erneute Eskalation des Konflikts im Nahen Osten. Die Preise für Dienstleistungen verlangsamten sich von 3,3 Prozent im Juli auf 3,0 Prozent, während sich der Anstieg bei Industriegütern von 0,9 Prozent auf 1,2 Prozent beschleunigte. Die Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabakwaren stiegen wie bereits im Juli um 1,2 Prozent. Die Kerninflation (Verbraucherpreise ohne Nahrungsmittel und Energie) verlangsamte sich unterdessen im Jahresvergleich auf 2,4 Prozent, nach 2,5 Prozent im Vormonat.
Unter den Ländern des Euroraums, die in die Schnellschätzung für August eingeflossen sind, wurde die höchste Inflationsrate in Litauen mit 5,8 Prozent verzeichnet, gefolgt von Zypern mit 5,2 Prozent. Die niedrigsten Werte meldeten Estland (1,3 Prozent) und Malta (1,9 Prozent).
Unter den größten Volkswirtschaften liegt die Inflation in Frankreich und Deutschland – 2,7 beziehungsweise 2,9 Prozent – weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt, während sie in Spanien mit 4,5 Prozent deutlich darüber liegt. Dabei ist in Frankreich ein erheblicher Anstieg zu verzeichnen: von 2,4 auf 2,7 Prozent. Im Monatsvergleich verzeichnete Belgien mit 2,1 Prozent den stärksten Preisanstieg, während Finnland als einziges Land einen Rückgang um 0,4 Prozent meldete.
Damit liegt die Inflation weit über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Wie das Portal Euronews berichtet, rechnen die Märkte damit, dass die EZB die Leitzinsen bei ihrer Sitzung am 10. September anheben wird, um den Preisdruck einzudämmen.
Die endgültigen Daten zur Inflationsentwicklung im Euroraum für August werden am 17. September veröffentlicht.
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