
Russlands Vizeaußenminister: Abbruch diplomatischer Beziehungen zu Deutschland möglich

Am Rande des Östlichen Wirtschaftsforums in Wladiwostok ist der stellvertretende Außenminister Russlands, Alexander Gruschko, auf die Journalistenfrage eingegangen, ob Moskau diplomatische Beziehungen zu Berlin vor dem Hintergrund der jüngsten Aktionen der deutschen Behörden herabstufen könnte.
Hierbei zitieren russische Staatsmedien Gruschko mit den Worten:
"Sie haben einen Eskalationsweg gewählt, der nichts ausschließt, auch nicht auf dem diplomatischen Weg."

Nach dem aktuellen Stand der Dinge und den Maßnahmen Berlins zu urteilen, seien der Verschlechterung der bilateralen Beziehungen noch keine Grenzen gesetzt, fügte der Diplomat hinzu.
Am Dienstag gab der Bundesaußenminister Johann Wadephul bekannt, Deutschland werde das russische Generalkonsulat in Bonn schließen und den Vertrag über das Russische Haus in Berlin kündigen. Zuvor hatte der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) Russland unbegründet der Beteiligung an dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig beschuldigt.
Von einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland sei keine Rede, führte Gruschko in dem Zusammenhang aus. Auf die Nachfrage, ob diese Option später in Betracht gezogen werden könnte, sagte der Vizeaußenminister: "Es könnte sein."
Der Westen glaube aus irgendeinem Grund, dass er der Mittelpunkt des Universums sei, sagte der Diplomat weiter. Dies sei jedoch seit Langem nicht mehr der Fall.
Laut dem russischen Vizeaußenminister sinke der Anteil der EU-Mitgliedsstaaten am globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) stetig. Aktuell liege ihr Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung bei 14 Prozent, und in wenigen Jahren werde er voraussichtlich auf zehn Prozent sinken, so Gruschko.
Das Östliche Wirtschaftsforum findet vom 1. bis 4. September in der Hafenstadt Wladiwostok im Fernen Osten statt.
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