Unterbrechung der Verhandlungen hat Lage der Ukraine verschlechtert

Im Kreml wurde das Gespräch des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit den US-Gesandten als konstruktiv und vertrauensvoll bezeichnet. Dabei informierte Moskau die US-Amerikaner über die Lage an der Front. Für Kiew wie auch dessen Unterstützer hat sich die Lage während der Verhandlungspause jedoch nur verschlechtert.

Von Rafael Fachrutdinow

Im Kreml wurde das Gespräch des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit den US-Gesandten als konstruktiv und vertrauensvoll bezeichnet. Dabei informierte Moskau die US-Amerikaner über die Lage in der Zone der Sonderoperation. Für die Ukraine wie auch für ihre Unterstützer hat sich die Lage während der Verhandlungspause jedoch nur verschlechtert. Experten zufolge ist dies der Preis dafür, dass Kiew nicht bereit ist, auf die berechtigten Forderungen Russlands einzugehen.

Das Treffen des russischen Staatschefs Wladimir Putin mit dem Sonderbeauftragten des Weißen Hauses, Steve Witkoff, und Jared Kushner war "inhaltlich fundiert, konstruktiv, äußerst offen und vertrauensvoll". Dies berichtete der Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow. Der Kreml zitiert ihn wie folgt:

"Was den Inhalt der geführten Gespräche betrifft, so wurden von russischer Seite klare und umfassende Einschätzungen der Lage abgegeben, die sich im Verlauf der militärischen Sonderoperation entwickelt hat. Insbesondere wurden die tatsächlichen Erfolge der russischen Armee beim Vormarsch im Kampfgebiet hervorgehoben, die Zuversicht zum Ausdruck gebracht, die gesteckten Ziele zu erreichen, und natürlich die Notwendigkeit betont, alle Ursachen des Konflikts zu beseitigen.

Unser Präsident bekräftigte die Bereitschaft, die Zusammenarbeit mit den US-Amerikanern bei der Suche nach politisch-diplomatischen Lösungen fortzusetzen. Steve Witkoff und Jared Kushner haben versprochen, bei den morgigen Gesprächen in Kiew die von uns persönlich vom russischen Präsidenten erhaltenen Einschätzungen und Bewertungen hinsichtlich einer dauerhaften friedlichen Beilegung des Konflikts in der Ukraine zu berücksichtigen."

Darüber hinaus wurden wirtschaftliche Themen und mögliche große, für beide Seiten vorteilhafte russisch-US-amerikanische Projekte ausführlich erörtert, teilte Uschakow mit. Er erklärte:

"Insgesamt lässt sich sagen, dass die Gespräche zum richtigen Zeitpunkt stattfanden und für beide Seiten sehr nützlich waren. Es wurde bestätigt, dass die Präsidenten unserer beiden Länder auch weiterhin persönliche Kontakte pflegen werden und dass die Zusammenarbeit auf der Ebene von Steve Witkoff und Jared Kushner fortgesetzt wird."

Im Verlauf des Treffens überreichten Witkoff und Kushner Putin eine Gedenkmünze, auf deren einer Seite der Satz "Peace through strength" (Frieden durch Stärke) eingraviert ist. Dies berichtete der Korrespondent Alexander Junaschew auf seinem Kanal im sozialen Netzwerk Max. In einem Kommentar gegenüber der Zeitung Wsgljad erklärte der Amerikanist Malek Dudakow, dass Witkoffs Geschenk an Putin von einer realistischen Herangehensweise Trumps an die Beilegung des Konflikts in der Ukraine zeuge.

Anschließend reisten die US-amerikanischen Delegierten in die Ukraine weiter. Putin gab den Befehl, die Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt für drei Tage einzustellen. Bei den Verhandlungen in Kiew sagte Kushner:

"Wir müssen die richtigen Bedingungen und Vereinbarungen für einen langfristigen und dauerhaften Frieden schaffen."

Er bezeichnete die Ukraine-Krise als "sehr komplexes, vielschichtiges Problem", das es sich lohne, zu lösen. Interessanterweise waren zuvor die nationalen Sicherheitsberater Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands in Kiew eingetroffen.

Allerdings hätten laut dem stellvertretenden russischen Außenminister Alexander Gruschko die Äußerungen europäischer Politiker zur Beilegung des Konflikts in der Ukraine und zum Dialog mit Russland keinerlei Bedeutung, meldet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Der Diplomat erklärte, dass die Politik der EU in der Praxis mit dem Kurs der NATO übereinstimme. Es gehe darum, den Konflikt in die Länge zu ziehen, um Moskau eine strategische Niederlage zuzufügen.

Jewgeni Mintschenko, Leiter der Kommunikationsholding "Mintschenko Consulting", meint:

"Bei dem Treffen in Moskau wurden den Sonderbeauftragten klare und umfassende Einschätzungen zur Lage in der Zone der Sonderoperation vorgelegt. Offensichtlich vertritt Moskau den Standpunkt, dass sich die Lage für die Ukraine wie auch für ihre Unterstützer während der Pause nur verschlechtert hat. Dies zeigt sich sowohl am Vormarsch der russischen Truppen an der Front als auch an den Auswirkungen der Angriffe auf die ukrainischen Hinterlandgebiete.

Offensichtlich bezog sich die Argumentation Moskaus auch auf ernsthafte Risiken für die Ukraine, die mit der Unfähigkeit zusammenhängen, den kommenden Winter überhaupt zu überstehen. Die Lage für Kiew wird sich verschärfen, wenn die russischen Angriffe auf Objekte der Energieinfrastruktur anhalten."

Der Politologe weist zudem darauf hin, dass bei dem Treffen wirtschaftliche Themen und mögliche große, für beide Seiten vorteilhafte russisch-US-amerikanische Projekte ausführlich erörtert wurden. Er fasst zusammen:

"Zur Verhandlungsgruppe gehören Personen, die Einzelheiten zu den Sanktionen erörtern. Ich denke, das zeigt, dass die Seiten im Rahmen eines gewissen Handlungsspielraums daran arbeiten, die Situation zu verbessern."

Die rechtmäßigen und gerechten Forderungen Russlands zur Beilegung der Ukraine-Krise seien bereits vor einigen Jahren formuliert worden, sagt Andrei Kolesnik, Mitglied des Verteidigungsausschusses der Staatsduma. Er betont:

"Die ganze Zeit über hat die sogenannte Kriegspartei, bestehend aus westlichen Ländern, die Situation statt in Richtung einer Lösung immer weiter in Richtung Eskalation getrieben."

Er erinnert an die Äußerungen des Abgeordneten der Werchowna Rada, David Arachamija, wonach der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson im Frühjahr 2022 Kiew davon überzeugt habe, den Weg des Dialogs mit Moskau aufzugeben, und vorgeschlagen habe, "einfach zu kämpfen". Kolesnik merkt an:

"In den folgenden Jahren änderte sich die Lage auf diplomatischer Ebene zeitweise. In den letzten Monaten hat das Weiße Haus den Verhandlungsprozess auf Eis gelegt. Doch eines blieb die ganze Zeit über unverändert: Russland festigte seine Positionen an der Front und verschlechterte die Lage der Ukraine durch wirkungsvolle Luftangriffe.

Alles, was der Gegner auf unser Territorium bringen wollte, geschieht bei ihm selbst in viel größerem Ausmaß. Und selbst die informationspsychologischen Angriffe auf die russischen Bürger haben nicht das erwartete Ergebnis gebracht.

Dem Westen und Kiew ist es nicht gelungen, unter den Russen Panik und Spaltung auszulösen. Es ist ihnen auch nicht gelungen, uns fremde Werte aufzuzwingen.

Auch die Versuche des Westens, Druck auf die Partner Russlands auszuüben, sind gescheitert. Ein Beweis dafür sind die vergangenen und bevorstehenden Treffen Putins mit den Staatschefs Indiens, Chinas und anderer Länder. Der Westen hat bei seinem Versuch, Einfluss auf die Mehrheit der Weltbevölkerung auszuüben, offensichtlich seine Kräfte falsch eingeschätzt."

In diesem Zusammenhang betont der Abgeordnete, dass sich die Lage für die Ukraine wie auch für ihre Geldgeber während der Verhandlungspause nur weiter verschlechtere:

"Das ist der Preis dafür, dass man nicht bereit ist, auf die berechtigten Forderungen Russlands einzugehen."

Der Abgeordnete hebt zudem Putins Konsequenz bei der Verteidigung der russischen Position hervor:

"Moskau bekundet stets seine Bereitschaft zu einer diplomatischen Lösung. Zudem begegnet die russische Seite der Trump-Regierung mit Respekt und würdigt deren Beitrag zu den Friedensbemühungen. Dabei betont der russische Staatschef, dass der Verhandlungsprozess kein Grund sei, das Vorrücken in der Zone der Sonderoperation zu stoppen. Wir werden dem Gegner keine Atempause gewähren, damit er seine Kräfte auffrischen kann."

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 6. September 2026 zuerst auf der Homepage der Zeitung "Wsgljad" erschienen.

Rafael Fachrutdinow ist Militäranalyst bei der Zeitung "Wsgljad".

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