Was die deutschen sozialen Medien an diesem Sonntag so erregt

Sonntagsruhe? Nicht in Deutschland.
Während der eine noch am Kaffee nippt und der andere versucht, halbwegs entspannt ins abkühlende Oktoberwochenende zu starten, hat das politische Internet längst den nächsten Aufreger gefunden.
Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat sich mit AfD-Landeschef Björn Höcke zum Mittagessen getroffen. Maaßen erklärte später, er habe sich ein eigenes Bild von Höcke machen wollen.
"Man muss mit jedem reden", sagte er.
Was folgte, war ziemlich genau das, was man inzwischen erwarten konnte: Die deutschen Medien stürzten sich auf das Mittagessen. Nicht auf einen politischen Beschluss, keine neue Gesetzesinitiative und auch nicht auf eine außenpolitische Entscheidung. Auf ein Mittagessen.
Die mediale Aufregung über mein gestriges Mittagessen mit Björn Höcke scheint beträchtlich zu sein. Deshalb zur Beruhigung und vollständigen Transparenz: In einer zentralen Frage waren wir uns völlig einig: Hähnchenbrust mit Schupfnudeln. Bei der Getränkeauswahl bestanden dagegen erhebliche politische Differenzen. Ich hoffe, damit sind die wesentlichen Inhalte des Treffens aufgeklärt. Für weitere Enthüllungen über Beilagen und Nachtisch verweise ich auf die investigativen Recherchen unserer Qualitätsmedien.
— Hans-Georg Maaßen (@HGMaassen) October 1, 2026
Maaßen selbst nahm die Aufregung mit Humor.
"In einer zentralen Frage waren wir uns völlig einig: Hähnchenbrust mit Schupfnudeln."
Bei den Getränken habe es dagegen "erhebliche politische Differenzen" gegeben. Für weitere Enthüllungen über Beilagen und Nachtisch verwies er auf die investigativen Recherchen der "Qualitätsmedien".
Man könnte darüber lachen. Man kann darin aber auch einen kleinen Ausschnitt dessen sehen, was den deutschen Medienbetrieb an einem Wochenende beschäftigt.
Also schauen wir einmal, was die deutschen sozialen Medien an diesem Sonntag sonst noch bewegt.
Alice Weidel bezeichnet Hendrik Wüsts Darstellung, wonach Gastarbeiter Deutschland mit aufgebaut hätten, als Märchen und weist den Vorwurf der Geschichtsklitterung zurück.
Hendrik Wüst (CDU) wiederholt in der Türkei das Märchen, Gastarbeiter hätten Deutschland „wieder aufgebaut“. Ein Affront gegen die Kriegsgeneration, die aus den Trümmern ein Wirtschaftswunder geschaffen hat. Wüst macht CDU-Wahlkampf mit linken Lügen! https://t.co/aSvP8GiL2n
— Alice Weidel (@Alice_Weidel) September 30, 2026
Das Märchen vom "Geld anderer Leute" funktioniert nur, wenn man den Länderfinanzausgleich für ein bayerisches Portemonnaie hält.
Aus dem verfassungsrechtlichen Finanzausgleich eine "kapitalistische Geldquelle für Berliner Sozialisten" zu machen, ist Stammtischökonomie mit Clown-Emoji. 🤡
Die Linke will in der Hauptstadt ein sozialistisches Paradies errichten, aber mit kapitalistischem Geld aus dem Süden. Das zeigt wieder einmal, worin man links traditionell besonders talentiert ist: beim Ausgeben des Geldes anderer Leute. 🤡🤯 https://t.co/AYndAIYm1J https://t.co/SLtFTbpZ9l
— Julia Ruhs (@juliaruhs) September 28, 2026
Auch die Krawalle in Frankreich schafften es in die deutschen sozialen Medien – als besonders eigenwillige Form der "kulturellen Bereicherung".
Und während brennende Straßen für manche noch unter Jugendprotest fallen, lautet die Beschwichtigung bei den Tätern gern:
"Das sind doch alles Kinder!"
Schaut Euch Frankreich gut an. Was glaubt Ihr, was passiert, wenn in Deutschland kein Geld mehr da ist? Das Problem ist die Einwanderung. Das Problem ist der Islam. Kulturen sind nicht gleich. https://t.co/Mpesunx763
— Joana Cotar (@JoanaCotar) October 2, 2026
Apropos Kinder: Philipp Amthors Strandkorb beschäftigte die deutschen sozialen Medien: Der CDU-Aufsteiger ließ das gute Stück nach dem Spott aus seinem Büro im Kanzleramt wieder abtransportieren. Der privat bezahlte Strandkorb kehrt nun nach Mecklenburg-Vorpommern zurück – vom Regierungssitz ins Pflegeheim.
Der Strandkorb ist aus dem Kanzleramt wieder verschwunden. Dieses Video wurde mir vorhin anonym zugespielt. Offenbar wurde auch Philipp mitgenommen. Sehr bedauerlich. #Amthor https://t.co/7BIdTdnq2I
— Prof. Karl Kautabak Gesundheitsminister Satire (@KarlKautabak) September 29, 2026
Auch Hape Kerkeling beschäftigte die deutschen sozialen Medien: Bei einer Anhörung zum möglichen AfD-Verbot warnte der Entertainer, bei einer Partei mit dem Slogan "Alles ist möglich" sei "unter Umständen auch Buchenwald möglich".
Aktuell sorgt dies in Deutschland für Aufregung: Buchenwald ist wieder möglich. Der frühere Komiker Hans-Peter Kerkeling scheint den Verstand verloren zu haben. https://t.co/PLTXoq22bK
— Don (@Donuncutschweiz) October 1, 2026
Und täglich glüht die Anti-AfD-Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien weiter.
„Die #AfD gehört weg. Sonst weiß ich nicht, wie sich unsere Zukunft weiterentwickeln wird“, sagt die Holocaust-Überlebende Charlotte Knobloch (@Cha_Knobloch). „Ich habe Angst, und die Menschen haben Angst.” #maischberger https://t.co/R4fbJvbuS6
— Maischberger (@maischberger) September 30, 2026
Und natürlich gilt: Wer plötzlich bekannt wird, bei dem kommt auch schnell die Vergangenheit ans Licht – einiges davon dürfte Ferat Koçak weniger gefallen haben.
In den vergangenen Wochen wurde viel über meine Person diskutiert. Teile dieser Debatte waren verletzend, diskriminierend und von Unterstellungen geprägt. 1/9
— Ferat Koçak (@der_neukoellner) September 30, 2026
Und dann wäre da noch dieses KI-generierte Video von George Soros und Wladimir Selenskij. KI hin oder her: Die beiden sehen sich darauf verblüffend ähnlich, während das Bild zugleich eine ziemlich deutliche politische Nähe suggeriert.
Now you can’t unsee https://t.co/6ylCUz3sP5
— Russian Market (@runews) October 3, 2026
Noch ein bisschen Humor aus dem deutschen Twitter. Einen schönen Sonntag und beste Grüße.
eyyyy yo chatgpt was is da los https://t.co/ii92oVbg7U
— Plattenbauaristokrat (@BAMFBasar) October 3, 2026
Genießen Sie den Tag!
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